BRÜSSELER TROPFEN AUF DEN HEISSEN STEIN

900 Essenspakete werden dieser Tage zusätzlich auf der Balkan-Fluchtroute geschnürt: weidenholzer.eu/2015/10/23/benefizlesung-fuer-balkanroute-in-bruessel/

Das ist ​Joe Weidenholzers, mein und der Beitrag unserer Gäste bei der Benefizlesung am 20.10. in der Brüsseler Blase. Ein Beitrag auf den heißen Stein, der im Sommer ins Rollen kam: die finanziellen Zuwendungen der relevanten Nationalstaaten für die Versorgung der Menschen in den UNHCR-Flüchtlingslagern wurden drastisch reduziert. Statt 27 Dollar pro Person und Monat standen für die Lebenserhaltungskosten in den Flüchtlingslagern rund um Syrien ab August nur noch 13 zur Verfügung. Millionen Schutzsuchende wurden dadurch in den Folgewochen in den Hungerwahn getrieben. ​Jetzt zu behaupten, dass Europas und Nordamerikas Entscheidungsträger’innen von der anschließenden Migrationsbewegung überrascht wurden, scheidet als logische Variante der Wirklichkeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus.

Überrascht wurde „nur“ die Öffentlichkeit, das TV- und Social Media-Publikum und damit auch die wahlberechtigte Bevölkerung – wohl zufällig zu einem Zeitpunkt, in dem weder in der EU noch den USA relevante nationale Wahlgänge am Programm standen.

Wer profitiert von dieser, im 21. Jahrhundert beispiellosen, Destabilisierung Europas?

Wie sogern die Rüstungsindustrie, durch neue Aufträge im Bereich nationaler und EU-weiter Grenzsicherungsmaßnahmen? Nochmals die Rüstungsindustrie samt mit ihr verbandelter Konzerne, die durch die 100.000en Neuankömmlinge endlich die billigen Arbeitskräfte dorthin geflüchtet bekommen, wo ihre Produktionsstätten liegen (und wo sie weiterhin buchhaltungskreativ kaum Gewinne vesteuern werden)? Die Türkei, deren EU-Annäherungsprozess von Merkel & Co. aus dem Dornröschenschlaf geholt wurde? Und/oder die USA, da Europa wieder einmal mehr mit sich selbst beschäftigt ist als ein eigenständiges globalpolitisches Profil zu entwickeln, was mit einer ausbalancierteren Haltung gegenüber Russland, dem Iran, Israel und Saudi Arabien einhergehen würde, was wiederum den Clinton/Bush-Clanclustern nicht so recht schmecken und so manche TTIP-Träume begraben würde?

Haben Sie, hast du vielleicht Antworten bei der Hand, die andere Profiteur’innen am Radar haben?

fragt weniger naiv als zuletzt Mario Lackner

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2 Gedanken zu „BRÜSSELER TROPFEN AUF DEN HEISSEN STEIN

  1. Efgani Dönmez

    Lieber Mario,

    guter Kommentar, meinen passenden Artikel dazu „Der viel zu billige Krieg“ habe ich dir ja geschickt oder? Ich schreibe ab Samstag für die OOn in der Samstagsausgabe immer Kommentare. Da können wir gemeinsam Themen platzieren, welche uns wichtig sind… (400.000 Leser in der Printausgabe und 200.000 Online) ned schlecht oder? Mit Potenzial, dass wenn ich gute Beiträge liefere diese auch in den anderen verwandten Medienhäusern publiziert werden. Ich kann zu allem schreiben, wozu ich Lust habe, außer Parteipolitik nicht, aber das ist ja eh klar. Also mein Lieber, wir haben eine große Plattform und eine noch größere Verantwortung,

    liebe Grüße

    Effi

    EFGANI DÖNMEZ, PMM

    Bethlehemstr.24/2. Stock . 4020 Linz . Österreich

    M +43 664 8317541

    Email efgani.doenmez@gruene.at

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