Und er bewegt sich doch …nicht! Weltfrauentag 2014

Anlässlich des morgigen „Tages der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden” schauen wir gern auch ein Jahr nach dem Verfassen des Artikels, der die Grundbausteine für diesen geliefert hat, genauer hin: Wie schaut es in den Zirkeln der Macht aus, zum Beispiel im Parlament, das unsere Interessen vertreten sollte? Haben Frauen in der Politik in Österreich die selben Aufstiegschancen wie Männer? Im Nationalrat und Bundesrat sitzen ungefähr 30 % Frauen bei einem Anteil in der Gesamtbevölkerung von über 50 % – ist das fair? Und wie fair sind folgende Zahlen?

BildDas Thema Frauenquote ist heiß diskutiert – auch in der Schweiz, wo wir in der Vergangenheit gern hinschielten, wenn es darum geht unser demokratisches System in Österreich zu reformieren (vgl. SRF-Sendung „ARENA”). Aber auch auf höchster EU-Ebene gibt es konkrete Überlegungen, wo unsere aus Luxemburg stammende Vizepräsidentin der EU-Kommission Viviane Reding klare Ziele formuliert:

»Offenkundig führen unternehmenseigene Anstrengungen nicht schnell genug zum Ziel. Es würde Jahrzehnte dauern, um überhaupt in die Nähe von einem Geschlechtergleichgewicht in Entscheidungsetagen zu gelangen, also wenigstens einen 40-Prozent-Anteil in den Topgremien zu erzielen.« (Interview auf InternationalTradeNews.com)

Die Argumente für eine solche Quote von 40 % in Entscheidungsgremien – nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Politik – leuchten ein:

„Mit beiden Geschlechtern ausgewogen besetzte Entscheidungsgremien sind gut für die Wirtschaftsleistung der einzelnen Unternehmen und sie sind gut für unsere gesamte Wirtschaft. Schauen wir erstens auf die Wirtschaft als Ganzes: 60 Prozent der Universitätsabsolventen sind Frauen. Sie nicht bei den Entscheidungspositionen zu berücksichtigen, bedeutet, den weiblichen Talentpool nicht auszuschöpfen und möglicherweise Qualitätseinbußen bei den Besetzungen hinnehmen zu müssen. Mehr Frauen im Arbeitsmarkt und auf den Top-Positionen – das kann ein Weg sein, die Konkurrenzfähigkeit Europas zu verbessern. Zweitens gibt es ein klares Wirtschaftsargument für mehr Spitzenfrauen von der mikroökonomischen Warte aus betrachtet: Es geht um die individuelle Leistungsfähigkeit von Unternehmen. Eine beachtliche Zahl von Studien, die nicht auf ‘feministische’ Organisationen zurückgehen, zeigen die Verbindung zwischen einer größeren Anzahl von Top-Frauen und dem Unternehmensgewinn auf. So lautete das Ergebnis einer Untersuchung von McKinsey, dass der Gewinn bei gender-ausgewogenen Unternehmen um 56 Prozent höher ausfällt als bei Firmen mit einem ausschließlich männlichen Gesicht. Ernst & Young sah sich die 290 größten börsennotierten Unternehmen an und stellte fest: Wesentlich höhere Gewinne wurden dort erzielt, wo sich mindestens eine Frau im Vorstand befand. Mehr Frauen in Führungspositionen können einen besseren Einblick in die Welt ökonomischen Verhaltens und der Kaufentscheidungen von Konsumenten ermöglichen sowie Kreativität und Innovation nach vorne bringen – durch hinzugewonnenes Wissen, Fähigkeiten, Erfahrungen und Qualitätsverbesserungen in der Unternehmensführung sowie im ethischen Verhalten. Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass 70 Prozent der Kaufentscheidungen von Konsumentinnen getroffen werden. Und wir reden hier beileibe nicht nur von Geschirrspülern.“ (selbes Interview, Hervorhebungen durch GrenzlandDemokratie)WAS WÜRDE EINE 40 % FRAUENQUOTE IN EUROPAS POLITIK ÄNDERN?

EU-Kommission 10, 11 Frauen bei insgesamt 27 KommissärInnen (dzt. 9)

EU-Parlament Rund 300 weibliche Abgeordnete bei 750 Mitgliedern

Österreichische Bundesregierung 7 oder 8 Ministerinnen

Österreichisches Parlament 73, 74 National- und 24 Bundesrätinnen

Niederösterreichische Landesregierung 3 bis 4 Landesrätinnen (dzt. 4)

Niederösterreichischer Landtag 22 bis 23 weibliche Abgeordnete

Gemeinderat meiner Heimatgemeinde Langau: 6 Gemeinderätinnen, wo derzeit lediglich 2 Politikerinnen 13 Kollegen gegenübersitzen…

So eine politische Welt wäre mit Sicherheit gerechter, oder etwa nicht?

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