Stellungnahme zum Entwurf der NÖ-Verordnung zur Windkraftnutzung

Sehr geehrte Damen und Herren Bundesminister*innen,

sehr geehrte zuständige Landesrät*innen und Landtagsabgeordnete,

sehr geehrte Mitarbeiter*innen aller Landtagsklubs, Bereichssprecher*innen aller Parlamentsklubs und der relevanten außerparlamentarischen Opposition!

Sehr geehrte Damen und Herren in CC, für die dieses Schreiben auch von Interesse sein könnte!

Mit dem Entwurf der Verordnung über ein Sektorales Raumordnungsprogramm über die Nutzung der Windkraft in Niederösterreich für die NÖ Landesregierung aufgrund des § 3 Abs. 1 und § 19 Abs. 3b des NÖ Raumordnungsgesetzes 1976, LGBI. 8000 (vgl. http://www.noel.gv.at/Politik-Verwaltung/Landesverwaltung/Derzeit-aktuelle-Buergerbegutachtungen/-2014-02-05_BG_NutzungWindkraft.html) beginnt nicht nur die Bürgerbegutachtungsfrist, die am 5.2.2014 endet.

Es beginnt hier und jetzt auch der Zeitraum, in dem sich Niederösterreichs Landespolitik und Österreichs Bundesebene intensiv mit dem Schriftstück auseinandersetzen sollten, denn es geht um eine Richtungsentscheidung für die nächsten Jahrzehnte:

Wollen Sie gemeinsam mit lokalen Entscheidungsträger*innen Niederösterreich in eine („dank“ veralteter, gigantomanischer Windkraftwerk-Technologie) waldzerstörte Industriezone verwandeln oder neue, zukunftsweisende Windenergie-Lösungen wie Energiedrachen favorisieren (vgl. enerkite.com), die Niederösterreichs positiver Regionalentwicklung nicht im Wege stehen?

Waldzerstörung und die Installierung von Windkraftwerken beispielsweise in von BirdLife empfohlenen(!) Vogelschutzzonen kann Ihnen als Umweltlandesrat und design. Bundesminister für Umwelt kein Anliegen sein, nicht wahr, sehr geehrter Herr LR Pernkopf und sehr geehrter Herr Rupprechter? Ihnen ist sicher bewusst, was Windkraftwerke mit Vögeln und Fledermäusen machen…

Ein Windpark-Projekt ist sogar in direkter Nähe des Thayatal-Nationalparks geplant – soll dort nicht nur der wunderbare Grenzwald den 200m hohen Kraftwerktürmen geopfert werden, sondern auch die internationale Anerkennung des Nationalparks? Die Weltnaturschutzorganisation IUCN hat bei der Nationalparkdirektion bereits scharfe Kritik zum Bundesforste-Bauprojekt „Windpark Nord“ deponiert, Nationalparkdirektor Brunner schreibt seit Monaten Protestbriefe und erster Widerstand formiert sich beidseits der tschechisch-österreichischen Grenze: https://www.facebook.com/ThayatalPodyji

Tatsächlich sind aber nicht nur ökologische Belange bei der anstehenden zukunftsweisenden (oder zukunftverbauenden) Richtungsentscheidung für Niederösterreich interessant. Allen voran Ihnen als Wirtschaftslandesrätin, sehr geehrte Frau LRin Bohuslav und Ihnen, Herr BM Mitterlehner, liegt die nachhaltig positive Regionalentwicklung Niederösterreichs kostbarer Landschaften mit Sicherheit sehr am Herzen, nicht wahr? NÖ sollte hierbei dem Vorbild OÖ folgen und alle Windpark-Projekte in sensiblen Zonen ad acta legen!

Denn wie passen viele in der KnollConsult-Empfehlung ausgewiesenen Windkraftwerk-Potenzialflächen mit Ihren Bestrebungen zusammen Niederösterreichs Abwanderungsgebiete zu revitalisieren? Wie passen – seriös betrachtet – inflationäre Ansammlungen von Mega-Windkraftwerken zu den (öko-)touristisch relevanten Schutzzielen

– Interessen des Naturschutzes

– ökologische Wertigkeit des Gebietes

– Orts- und Landschaftsbild

– Tourismus,

die in der geltenden NÖ Raumordnung verankert sind? (vgl.§ 19 Abs. 3b NÖ ROG) Zum Beispiel die WA18-Potenzialzone bei Langau, Hardegg und Weitersfeld (siehe beiliegendes Foto), in der die Bundesforste Aktiengesellschaft 25 (nach anderen Angaben 26 oder gar 31) WKWs plant und die in einer von BirdLife empfohlenen Vogelschutzzone, in direkter Nachbarschaft des Thayatal-Nationalparks liegt, kann unter diesen Aspekten beleuchtet doch nur ein Konzeptfehler oder verfrühter Aprilscherz der Firma KnollConsult sein!

Ich bitte Sie alle diesen Spuk zu beenden und gemeinsam echte Zukunftsperspektiven für die Regionalentwicklung in NÖ zu entdecken, die besonders das krisengeschüttelte Grenzland wachküssen anstatt es durch 200m hohe Betontürme zu bestatten.

Bürgermeister, Gemeinderäte und Mehrheit der Bevölkerung sind in diesem idyllischen Landstrich Mitteleuropas schwer durch die PR-Maschinerie der Windkraftindustrie beeindruckt und strecken sich verständlicherweise nach jedem finanziellen Strohhalm, der positiven Wandel verspricht. Nur mit etwas persönlichem Abstand zur Werbetätigkeit der Möchtegern-Windparkbetreiberkonzerne und durch eingehende, vielschichtige Beschäftigung mit der Thematik können wir uns eine fundierte Meinung bilden – ich lade Sie alle herzlich dazu ein dies zu tun und viel lukrativere Alternativen zur Option „Industriezone Waldviertel“ zu entdecken!

Denn: Waldzerstörende, monströse und mittlerweile bereits veraltete Windkraft-Technologie bringt leider nur kurzfristig Linderung für die leeren Kassen der Grenzland-Gemeinden. Langfristig betrachtet verschärfen die derzeit geplanten Windkrafttürme die angespannte Situation und besiegeln das triste Schicksal einer gesamten Region, in der doch ein derart besonderer Schatz schlummert, den es gilt zu schützen, zu bewahren und auch zu heben:

https://grenzlanddemokratie.wordpress.com/2013/10/18/mit-verlust-ist-zu-rechnen-2/
(mit Dank an Ulrich Seidl für die Autorisierung!)

Heben wir doch diesen Schatz gemeinsam!

Ich würde mich sehr freuen mit weiteren, tatsächlich unabhängigen (=nicht mit der Windkraftindustrie verbandelten) Expert*innen, Ihnen und der Bevölkerung gemeinsam daran zu arbeiten die wunderbaren Chancen Niederösterreichs zu ergreifen und – in enger Zusammenarbeit mit unseren tschechischen Nachbar*innen – das Blatt zu wenden!

Es verbleibt in Erwartung Ihrer geschätzten Antworten mit herzlichen Grüßen,

Mario Lackner +43 699 14002612

Mag. (transdisziplinäres Studium Internationale Entwicklung)
Leitung Beratungsstudio DAS!ALLES

!Politikberatung !Kommunikationstraining !Regional Development Consulting

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3 Gedanken zu „Stellungnahme zum Entwurf der NÖ-Verordnung zur Windkraftnutzung

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